Dennis erzählt

Hallo Ihr!

Nachdem ich heute (22.07.2007) schon fast 3 Wochen bei meinen neuen Leuten wohne, will ich mich auch mal vorstellen: Ich heiße Dennis, bin ca. 10 Monate alt, und komme aus dem Tierheim Worms.

Links sitze ich unter meiner Wohnung im Freigehege.
Rechts bin ich im Meerschweingehege, weil die an meinem Freigehege noch rumbauen.

Im Tierheim Worms habe ich einige Monate verbracht. Dort haben die mich etwas aufgepäppelt, weil ich aus einer sehr schlechten Haltung kam. Im Tierheim werden erstmal alle Jungs kastriert (leider auch ich), damit wir nicht für noch mehr Nachwuchs sorgen können. Danach dürfen wir für 2 Monate nicht zu den Mädels, damit nicht doch noch “was passiert”. Das ist auch der Grund, warum ich immer noch allein bin (Anmerkung: war, denn seit dem 21.07.2007 ist ja meine Schwester Sina bei mir). Zum Glück ist das aber auch der einzige Nachteil. In meinem neuen Zuhause kann ich auf richtigem Rasen hoppeln und habe über 12 qm Platz zum Herumtollen.

Da ich meinen neuen Leuten gleich gezeigt habe, wie ich buddeln kann, habe ich sogar einen richtigen Holzsandkasten bekommen. Anscheinend haben denen meine Erdlöcher nicht gereicht. Jetzt muss ich mich ganz schön anstrengen, um im Sandkasten zu buddeln UND noch meine Erdlöcher zu graben.

Mein Gehege war am Anfang noch oben offen, so das ich Nachts immer in den Stall musste - man, war das blöd, wo ich doch nachts erst so richtig munter werde. Aber dann haben meine Leute da so einen komischen Käfig drum gemacht.
Ob die das gemacht haben, weil mir die Spatzen immer mein Trockenfutter weggefressen haben?
Na, egal warum, jedenfalls kann ich jetzt auch nachts nach Herzenslust draußen herumtollen. Jetzt muss ich auch nicht mehr ins Meerschweinchengehege. Das war richtig blöd, weil mir der Eine immer mein Häuschen streitig gemacht hat. Außerdem musste ich dann immer abends eingefangen werden. Das hat mir gar nicht gefallen! Ich werde nämlich nicht so gerne angefasst, weil ich dann immer so viel Angst bekomme. Wenn ich allein entscheiden kann, schnüffle ich sehr gern an meinen Leuten und stupse sie ganz oft mit meiner Nase an. Das hat den Vorteil, dass ich dann supertolle Leckereien bekomme - meine Lieblingsnascherei sind Sonnenblumen Kerne. Dafür lasse ich mir dann auch den Kopf kraulen. Leider bekomme ich nicht so viele Sonnenblumen Kerne, wie ich will - ich glaube, die machen dick (seufz). Inzwischen fresse ich auch Löwenzahn. Da war ich am Anfang sehr misstrauisch - schließlich kannte ich das gar nicht. Aber jetzt - echt lecker, sage ich Dir!!
Jedenfalls hatte ich echt Glück, dass die mich mitgenommen haben, wo ich doch an diesem Tag echt nicht gut gestylt aussah. Ich war nämlich gerade im Haarwechsel und die Konkurrenz war groß -lauter süße Kaninchenbabies waren da. Aber die haben sich trotzdem für mich entschieden; das muss wohl an meinem Supercharme liegen. Worüber ich mich aber am meisten freue: die haben sich auch meine Schwester ausgesucht. Ich hoffe, das sie bald zu mir kommen darf (Anmerkung: bereits geschehen). Vielleicht kommen auch noch mehr Mädels, hier ist doch so viel Platz.

So, jetzt hast Du mich ein bisschen kennen gelernt.
Viele Grüße, Dein Dennis

29.09.2007:

Hallo Ihr, da bin ich wieder!
Heute kann ich Euch endlich mal wieder Bericht erstatten, was sich bei uns so Neues zugetragen hat. Ich weiß gar nicht, was meine Menschen den ganzen Tag lang an Arbeit haben, dass sie erst jetzt dazu kommen, von uns zu berichten. 3-4 mal täglich kommt jemand zu uns in’s Gehege. Den Rest des Tages haben die doch frei!?!?! Dabei habe ich doch so viel zu erzählen. Ja, dann fange ich doch einfach mal an.

Am 21. Juli ist meine Schwester Sina bei mir eingezogen. Oh Mann, war ich vielleicht froh, dass ich nicht mehr alleine war. Gleich am nächsten Morgen durfte ich sie persönlich begrüßen. Wir haben uns sofort super verstanden.

Schon 4 Tage später kamen noch zwei Mädels aus dem Tierheim, Mila und Lydia.

Sina und ich waren erst gar nicht begeistert, sind die Beiden doch tatsächlich größer als wir! Also haben wir den Zweien erst mal gezeigt, wie hier der Hase läuft und sie durch das ganze Gehege gejagt. Auch ein paar Büschel Fell sind dabei drauf gegangen (schäm). Jetzt galt es die Hierarchie zu klären - wobei es hier eigentlich gar nichts zu klären gibt, solange ich im Stall das Sagen habe. Das haben alle auch sofort kapiert. Nach 2 Tagen habe ich mich dann restlos in die Mila verliebt - sie hat nämlich wunderschöne blaue Augen.

Nun ging es an die Aufgabenverteilung, denn vorher musste ich ja alles alleine machen; z. B. buddeln, den Stall in Unordnung bringen, den Rasen zerstören, usw. Jetzt hatte ich dafür tatkräftige Unterstützung bekommen! Für die Erdarbeiten war ab sofort die Lydia zuständig. Sie hat auch gleich die tollsten Tunnel gegraben und den Rasen auf links gedreht. Unsere Menschen waren davon so begeistert, dass sie uns jeden Tag gezeigt haben, wie auch sie mit Erde arbeiten können. Leider haben die da etwas missverstanden, denn die haben die Löcher immer wieder zugeschaufelt. Einmal hat sogar unser weiblicher Erwachsenenmensch die Lydia aus Versehen mit eingebuddelt. Als sie uns später gezählt hat und Lydia nirgends fand, hat sie den Tunnel wieder geöffnet und Lydia sprang unversehrt hinaus - seitdem zählt sie uns vor dem Löcher zuschaufeln!!! Wobei, eigentlich muss sie nur noch nach Lydia Ausschau halten, denn wir anderen brauchen uns die Pfoten ja nicht mehr schmutzig zu machen.
Sina ist unser aller Mutter. Sie kümmert sich um uns und schlichtet jeden Streit. Ihr haben wir es zu verdanken, dass die 2 Büsche jetzt zu unserer freien Verfügung stehen. Vorher waren diese mit Draht eingezäunt, aber Sina hat diesen solange bearbeitet, bis er zerstört war und unser männlicher Erwachsenenmensch kapituliert hat. Nun ist der Draht weg, die Büsche aber leider auch fast. Jedenfalls haben die Büsche super geschmeckt!
Mila hat nur die Aufgabe, sich ständig in meiner Nähe aufzuhalten und mir das Leben zu versüßen. Ein bisschen buddeln darf sie natürlich auch noch. Ich passe aber auf, dass sie sich nicht so dreckig macht wie Lydia, die sieht nämlich oft aus, wie ein Schw...!
Meine Aufgaben beschränken sich aufs Fressen und natürlich darauf, meine 3 Mädels zu beschmusen.

Ihr seht also, ich bin voll ausgelastet.

Ach ja, ich habe ja vergessen, Euch unsere Versorger vorzustellen. Da wir uns verständlicherweise nicht selber das Futter besorgen können, halten wir uns 4 Menschen - 2 Erwachsenenmenschen und 2 Kinder. Der männliche Erwachsenenmensch heißt Holger und war zuständig für den Bau unseres Geheges und des neuen Kaninchenhauses. Leider hat er es noch nicht eingesehen, dass es nichts Wichtigeres als uns gibt. Er hat doch tatsächlich erst das ganze Wohnzimmer der Menschen renoviert und erst dann unser Kaninchenhaus gebaut. Nun ja, wir werden ihn uns noch richtig hinbiegen. Der weibliche Mensch heißt Martina und ist für unser Futter zuständig. Außerdem hält sie unser Gehege sauber. Das ist gar nicht so einfach, weil Mila und Lydia überall hinmachen, wo sie gerade so herum hoppeln. Die Kinder kommen immer mit Leckereien und zum Streicheln. Ich lasse mich zwar anfassen, aber auf den Arm nehmen mag ich immer noch nicht. Für so was sind meine Mädels zuständig.
Noch ein Tipp für die Erziehung von Menschen: wenn die zum Füttern kommen, muss man so tun, als stünde der Hungertod kurz bevor - ich garantiere Euch, die nächste Ration fällt um so reichlicher aus. Sina beherrscht diese Disziplin am besten von uns.

Ja, was soll ich Euch sagen, es hätte alles so schön sein können, doch am 2. September haben unsere Menschen noch ein Kaninchen aus dem Tierheim geholt - auch ein Männchen (so eine Unverschämtheit).

Zuerst habe ich gehofft, der ist nur auf Urlaub bei uns, weil der über 2 Wochen nicht zu uns durfte. Ich habe dem durch die Gitterstäbe seines Käfigs unmissverständlich klargemacht, dass er hier nicht willkommen ist. Schließlich hatte ich Angst um meinen Chefposten. Nach über 2 Wochen ständiger Anwesenheit von dem Kerl - Tommi heißt er - hatte ich mich einigermaßen an ihn gewöhnt.
Bis die Menschen ihn rausgelassen haben! Da habe ich den Typen erst mal richtig gepiesackt.
Auf die Dauer ist mir das aber sehr langweilig geworden, weil Tommi gar nicht mitgemacht hat. Überhaupt nicht gewehrt hat er sich! Offensichtlich hat er gar kein Interesse, hier den Boss zu spielen. Also habe ich ihn schließlich in Ruhe gelassen - nur fressen durfte er nicht mit uns.
Dann haben sich meine Erwachsenenmenschen beim Kaffeetrinken in unserem Gehege (ja, so verrückt sind die) darüber unterhalten, dass Tommi zurück ins Tierheim müsse, wenn ich mich mit ihm nicht vertrage. Also, da hat er mir dann doch leid getan. Eigentlich ist er gar nicht so übel. Die Mädels mögen ihn auch. Und wir aus dem Tierheim müssen doch zusammenhalten! Außerdem ist es ganz schön anstrengend, 3 Mädels allein zu beschmusen, da kann ich jede Unterstützung brauchen (die Mädels sind schließlich sehr anspruchsvoll!). Jetzt verstehen wir 5 uns ganz toll.

Mehr Kaninchen wollen unsere Menschen aber nicht aus dem Tierheim holen, auch wenn da noch ganz viele sind - ich glaube, wir sind zu gefräßig - schäm!

So, jetzt habe ich keine Lust mehr - seid ganz herzlich gegrüßt,
Euer Dennis

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Aktualisiert:
Samstag, 29. September 2007