Freigehege

Wenn wir wieder Kaninchen bekommen, dann weg mit dem Provisorium und her mit einem richtigen Freigehege. Einem Freigehege, aus welchem sich Kaninchen nicht einfach raus graben können und welches den Kaninchen Schutz vor Feinden bietet.
Das waren meine Gedanken. Hört sich doch gut an - oder?
Leider konnte ich nicht ahnen, auf welches Projekt ich mich da eingelassen habe.

Doch bevor ich auf das neue Freigehege eingehe, möchte ich Dir erst einmal das alte Freigehege vorstellen - ein Provisorium, welches nur “mal schnell” zusammengeschustert wurde.
Du kennst die Bilder schon? Dann hast Du gut aufgepasst. Ich habe die Bilder dem Archiv entnommen.

Wie Du selbst sehen kannst, stehen die Seitenwände nur auf dem Gras. Und sie stehen nur, weil Sie einen breiten Balken als Fuß haben und an der rauen Bruchstein Mauer festklemmen.
Probleme:

  1. Bei starkem Wind drohen die Seitenwände umzufallen.
  2. Susi - unser 1. Kaninchen - hat sich einen Tunnel unter den Seitenwänden hinaus in den Garten gegraben. Wie lang der Tunnel war? Keine Ahnung. Wir haben mal versucht, das Ende mit Händen und Stangen zu ertasten, leider ohne Erfolg. Ich schätze mal, Susi hat sich eine unterirdische Wohnung gebuddelt. So eine Art “Ich bin 2 Öltanks”.

Diese Probleme sollten sich beim neuen Freigehege natürlich nicht wiederholen.
Ich habe also erst einmal Fundamente gegraben: einen Spaten breit und 60 - 80 cm tief. Ca. 1 Tonne Beton habe ich gemischt und in die Gräben geschüttet.
Leider habe ich erst später im Internet nachgelesen, wie tief Kaninchen eigentlich graben können.
Ernüchterung pur: Kaninchen graben laut verschiedener Foren Beiträge bis zu 150 cm tief!!! Die Biester können sich also locker unter meiner Terrasse und unter Nachbar’s Garage durchgraben! Naja, was soll’s, zumindest habe ich ihnen das Rausgraben erschwert.

Die Fundamente sind fertig. Jetzt geht’s an die Holzarbeiten. Zuerst jedoch muss das Holz gestrichen werden...

Nachdem das Holz eine Nacht lang Zeit zum Trocknen hatte, geht’s nun an den Zusammenbau. Alles genau nach Plan - meinem Plan. Lange genug habe ich ja d’rüber gebrütet und Nachts davon geträumt.

Das Holzgerippe steht und auch die Tür ist drin - passt wie angegossen. Nun müssen die Drahtgitter angebracht werden. Ich habe mich für den Elektrotacker entschieden, denn damit kann ich die Drahtgitter schnell fest tackern - so zumindest der Plan. Leider stellt sich mal wieder heraus, dass der Billig-Tacker von Aldi nicht sehr zuverlässig arbeitet. Da helfen auch die teuren Profi-Klammern nix. Hätte ich mir eigentlich denken können - war ja beim Dachgeschoss Ausbau beim Anbringen der Dampfsperre das gleiche Spiel. Immer wenn’s d’rauf ankommt, verklemmen die Klammern im Tacker. Schöne Sch.....

Das Anbringen der Drahtgitter dauert länger als erwartet. Vor allem das Durchschneiden der Drahtgitter ist eine wahre Fleißarbeit. Draht für Draht muss mit dem Seitenschneider durchgekniffen werden.
Dort, wo zwei Drahtgitter aneinander stoßen, lassen wir sie 2 Maschen überlappen und “vernähen” sie mit Draht.

Keine Bemerkung zu meinen Schuhen bitte. Ich weiß selbst, dass ich auf der Leiter andere Schuhe tragen sollte.

So, fertig ist das Freigehege! Jetzt können die Kaninchen einziehen.

Den Sandkasten haben wir in der Hoffnung reingetan, dass die Kaninchen darin ihrem Buddeltrieb nachgehen werden. Die Unterseite des Sandkastens ist mit Drahtgitter gesichert. In der Zwischenzeit liegt außer den Pflanzsteinen noch eine 1 m lange Betonröhre im Freigehege. Innendurchmesser 30 cm.
Ich habe die Betonröhre mit unserem Renault Kangoo geholt. Rein ging sie da prima, da der Gabelstapler sie direkt da hineinlegen konnte. Raus ging’s leider nicht so gut :-(
Da die Betonröhre mehr als 100 kg wiegt, musste ich mir noch 3 Nachbarn zu Hilfe holen. Mit 4 Männern haben wir die Betonröhre in das Freigehege getragen. Und dort liegt sie nun drin und muss auch immer dort bleiben.
Der kleine Kaninchenkäfig wird noch einem großen Kaninchenhaus (mit Dusche und Sauna - grins) weichen. Ist nur eine Frage der Zeit.
Ich halte Dich auf dem Laufenden ...

27.09.2007:
Es ist geschafft ... das große Kaninchenhaus ist fertig. Platz für Dusche und Sauna war zwar nicht vorhanden, doch die Kaninchen - inzwischen 5 an der Zahl - lieben es trotzdem. Ich habe dem Kaninchenhaus eine eigene Seite gewidmet. Schaust Du hier.

Wie Du auf dem Bild rechts selbst sehen kannst, hat sich das Freigehege verändert - nicht nur durch das Kaninchenhaus.
Das Gras ist fast vollständig verschwunden. Auch die beiden Büsche wurden von den Bewohnern stark gestutzt. Ob die Büsche die Radikalkur überleben und im nächsten Frühjahr wieder austreiben, ist fraglich.

Warum ich den Schutzdraht um die Büsche entfernt habe? Weil Kaninchen brutale Tiere sind, die sich an keine Regeln halten. Alles Tiefbauarbeiter und Randalierer!

Wie Sina da rein gekommen ist willst Du wissen?
Zuerst ist sie oben über den Draht drüber. Sie hat den Draht einfach runtergedrückt. Als Reaktion darauf habe ich den Draht hochgebunden. Hat ihr aber nicht viel ausgemacht. Ihre Reaktion auf mein Draht hochbinden war blinde Zerstörungswut - heul!

Wenn Du Dir das Bild rechts betrachtest, dann wirst Du bestimmt denken: “Das war ja auch einfach. Den Draht kann jedes Kaninchen hochziehen.”
So einfach hatte ich es Sina aber nicht gemacht, denn der Draht war mit Zeltheringen im Boden verankert. Hat Sina aber nicht gestört - sie hat den Draht einfach brutal zerrissen!
Und deshalb habe ich aufgegeben und den Draht komplett entfernt. Sollen sie doch mit den Büschen machen, was sie für richtig halten. Ich brauche keine schattenspendenden Verstecke - ich nicht!

Und es kommt noch besser! Unter unseren Kaninchen ist ein Tiefbauarbeiter!
Der Tiefbauarbeiter ist eine “sie” und heißt Lydia:

Lass Dich vom Äußeren nicht täuschen! Lydia ist ein Tiefbauarbeiter mit Leib und Seele.
Es ist unvorstellbar, was Lydia für Erdarbeiten vornimmt und in welcher Geschwindigkeit sie die Erdbewegungen vollzieht. Da kommst Du morgens in das Gehege und fertig ist der Tunnel. Kein Langzeitprojekt wie beim Eurotunnel, das geht hier über Nacht! Und das ist auch mit ein Grund, warum das Gras nicht mehr zu sehen ist. Ein Teil des Grases haben die Kaninchen bestimmt gefressen; den größeren Teil hat Lydia aber einfach untergegraben, bedeckt unter einer Erdschicht.

So ... das war’s erst mal wieder. Bis demnächst - Du hörst wieder von mir.

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Aktualisiert:
Sonntag, 30. September 2007