Freigehege 2011

Im Frühsommer 2011 treffe ich die Entscheidung, meiner Frau zum Geburtstag ein neues Freigehege für unsere Meerschwein-Sippe zu bauen. Das alte Freigehege - ein einziges Provisorium - existiert schon viel zu lange. Obwohl nur schlampig zusammengeschustert, hält es nun schon Jahre - so, wie es bei Provisorien halt immer ist ;-)
Schön sieht es aber wirklich nicht mehr aus! Und die spitzen Ecken des Drahtgeflechts haben schon so manchen Pulli, manche Hose und auch etwas Haut unserer Beine auf dem Gewissen.

Da wir ein paar Jahre Zeit hatten, mit dem alten Freigehege Erfahrungen zu sammeln, fallen uns ein paar Dinge ein, die beim neuen Freigehege besser sein müssen:

  • es soll besser und natürlich auch professioneller aussehen
  • es soll leichter zu transportieren / zu tragen sein, denn es muss oft auf dem Rasen versetzt werden (ja ja, die “Schweinebande” kann ganz schön spachteln ;-)
  • das Gewicht muss so gering sein, dass meine Frau und die Kinder das Gehege ohne fremde Hilfe tragen können
  • es muss besseren Sonnenschutz bieten und den Regen abhalten
  • es muss besseren Schutz gegen Fressfeinde (z. B. Greifvögel) bieten
  • die Eingangsklappe muss selbst schließend sein, gerade dann, wenn vergessen wurde, sie zu verriegeln (damit unser Hund auf gar keinen Fall eindringen kann)
  • es muss gegen Verrottung von unten geschützt sein, denn es steht immer im feuchten Gras
  • das Freigehege muss leicht und schnell zerlegbar / abbaubar sein, damit es z.B. im Winter weggeräumt werden kann
  • und es darf natürlich, wie immer, nix kosten

Schnell blitzen einige Ideen auf, manifestieren sich mögliche Lösungen und Bilder vor meinem geistigen Auge. Getreu dem Motto “dem Ingenieur ist nix zu schwör” begebe ich mich an die Planung und fange an, meine Gedanken und Ideen in Skizzen zu verpacken:

Wirklich knifflig ist die Anordnung und der Mechanismus zum Zusammenklappen des Daches. Ich habe einige Iterationen benötigt, um die richtige Größe und Anzahl der Dachelemente sowie der Anbringung der Scharniere zu optimieren.

Mit den fertigen Plänen und dem Bild des Freigeheges im Kopf laufe ich Stunden lang durch meinen Lieblingsbaumarkt und schaue mir verschiedene Leisten, Schrauben, Beschläge, Farben und sonstige Baumaterialien an, immer auf der Suche nach dem optimalen Bauteil / Baumaterial, um meine Idee in die Praxis umzusetzen. Kein Regal, kein Material, welches ich nicht genau begutachte (na gut, ich geb’s zu, die Sanitär-Abteilung schaue ich nicht durch, schließlich kötteln und pinkeln  Meerschweinchen überall da hin, wo sie sich gerade aufhalten - ein Klo brauchen die wirklich nicht). Es gibt viele Bauteile, die sofort meine Zustimmung finden und in Mengen den Weg in meinen Korb finden - glücklicherweise nimmt der Baumarkt ja alles wieder zurück, wenn ich die Teile doch nicht nutzen kann.

Einzig und allein die Dacheindeckung lässt mich verzweifeln! Wie Du dem Foto des alten Freigeheges entnehmen kannst, habe ich dort einen Rest unserer Carport-Dacheindeckung genutzt. Es handelt sich dabei um 3mm starkes Plexiglas mit Heatstop Beschichtung der Fa. Röhm. Dieses Material ist der Hit! Es ist wetterfest, formstabil, haltbar, leicht, und lässt weder Sonne (IR-Strahlung) noch Regen durch. Ich plane die Größe des neuen Freigeheges also genau so, dass ich dem vorhandenen Plexiglas Rest wieder nutzen kann und nur eine neue Platte nachkaufen muss.
Nur eine Platte muss ich kaufen! Doch die ist unbezahlbar und entspricht keinesfalls der “darf nix kosten” Bedingung! Eine einzige Platte soll ca. 120 EUR kosten! Das war’s dann wohl :-(
Nach weiteren Stunden im Baumarkt entscheide ich mich, die noch zu schliessenden Dachflächen mit Teer Wellpappe zu schließen. Dieses Material ist billig, hat aber leider ansonsten mehr Nachteile als Vorteile: es ist zwar Wetterfest und hält Regen und Sonne ab, leider ist es jedoch nicht formstabil, wird bei Hitze weich und der Teer schmiert alles und jeden voll, der damit in Berührung kommt. Glücklich bin ich damit nicht.

Ich berechne die Anzahl der Kanthölzer (siehe Skizzen) und kaufe, so gut es geht, das noch benötigte Material ein. Ob noch was fehlt, werde ich beim Bau schon merken. Ist ja eh ein mehrtägiges Unterfangen ...

Wenn Du so ein Freigehege bauen möchtest, dann musst Du Dir zuerst Gedanken über die Größe machen. Mit “Größe” meine ich:

  • Wie groß soll die zu überdachende Fläche sein?
  • Wie hoch soll das Freigehege werden? Möchtest Du z. B. bequem darin sitzen können?

Außerdem musst Du die von Dir gewählte Dacheindeckung und die Maße des Drahtgitters in die Planung einbeziehen. Je nachdem, welche Werkzeuge Dir zur Verfügung stehen, ist der Zuschnitt der Dacheindeckung evtl. nicht möglich. Dies würde bedeuten, die Dacheindeckung bestimmt die Maße der Dachelemente. Das faltbare Dach besteht aus 4 Dachelementen und einem, nach unten hängenden Türelement. Alle 5 Elemente haben fast (s. u.) die selben Außenmaße, damit sich die Elemente deckungsgleich übereinander falten lassen.

Die zu überdachende Fläche ergibt sich also aus den Maßen der 4 Dachelemente. Wenn Du die Maße aufaddierst, vergiss den Spalt zwischen den Dachelementen nicht, der sich durch die Scharniere ergibt (in meinem Fall ca. 7 mm pro Scharnier). Bedenke bei der Berechnung bitte auch, dass die Dachelemente später auf den Seitenteilen aufliegen sollen. D. h., das Dach muss etwas größer sein, als das Freigehege, damit es aufliegt und nicht hereinfällt ;-) Die Kanthölzer des Daches liegen mit der breiten Seite (44 mm) auf der dünnen Seite (24 mm) der Seitenteile auf. Dies erlaubt ein leichtes Verschieben des Daches auf den Seitenteilen, was notwendig ist, wenn sich das Freigehege bei unebenem Untergrund leicht verwindet.

Die Höhe des Freigeheges ergibt sich aus den Maßen des herunterklappenden Türelements und der Höhe des Drahtgitters (bei mir 540 mm statt der aufgedruckten 500 mm). Wenn Du das Drahtgitter nutzen möchtest, ohne die Höhe verändern zu müssen, dann bestimmt dies die Höhe der Seitenelemente. Bedenke hier, dass das Drahtgitter auf jeder Seite ca. 15 mm in der aufnehmenden Nut verschwindet.

An dieser Stelle noch ein paar allgemeine Hinweise / Tips:

  • Die Stärke der Kanthölzer bestimmt das Gewicht des Freigeheges und vor allem des Daches. Ich habe Kanthölzer der Stärke 24 mm x 44 mm (außen) und 24 mm x 74 mm (innen) gewählt.
    Das Freigehege im Ganzen lässt sich noch gut tragen. Das Dach bzw. das Türelement kann auch von meinen Kindern noch allein geöffnet werden, ist aber so schwer, dass es bei Wind nicht herunterweht. In zusammengefaltetem Zustand muss das Dach von 2 Personen getragen werden kann (beim Einlagern im Winter).
  • Holz ist ein Naturprodukt, welches nicht formstabil ist. Bedenke also bei Deinen Berechnungen, dass die Kanthölzer evtl. gebogen sind und sich daraus größere Spaltmaße ergeben.
  • Das Freigehege muss sich verwinden können, wenn der Untergrund auf dem es später steht, nicht ganz eben ist. Verbinde die Elemente / Einzelteile also nicht zu fest miteinander. Ansonsten kann es später sein, dass sich Ecken vom Untergrund abheben und Lücken entstehen, durch die die Meerschweinchen entfliehen können.
  • Wasserfesten Holzleim benutzen.

So, genug geschwafelt - los geht’s ...

Ich fange mit den einfach zu bauenden Dachelementen an und arbeite mich dann zu dem Prototypen eines Elements mit Drahtgitter vor (an der Wand lehnend). Es handelt sich um das Türelement, welches mit dem Dach verbunden und zusammen mit dem Dach faltbar ist. Wie bereits oben erwähnt, haben alle 4 Dachelemente und das Türelement fast die selben Außenmaße, damit sich die Elemente übereinander falten lassen (das Türelement ist etwas kleiner; siehe Maßtabelle am Ende).

Die langen Kanthölzer von oben auf die kurzen Kanthölzer geschraubt. Die Dacheindeckung liegt später zwischen den langen Kanthölzern und wird auf die kurzen Kanthölzer geschraubt. Dadurch wird die Dacheindeckung beim Zusammenfalten nicht belastet. Damit die Dachelemente formstabil sind, müssen an jeder Verbindungsstelle mindestens 2 Holzschrauben eingedreht werden (rechtwinklig ausrichten nicht vergessen!).

Beim Streichen des Türelements (rechts im Bild,  hochkant stehend) stelle ich fest, dass sich die Nut nicht gut streichen lässt, wenn das Drahtgitter bereits eingesetzt ist.
Fazit: vor dem Einsetzen des Drahtgitters muss zumindest die Nut gestrichen werden.

Das Drahtgitter ist in eine Nut eingelassen (linkes Bild). Leider gibt es bei den Maßen des Drahtgitters gewaltige Unterschiede zwischen Theorie und Praxis: die auf die Verpackung gedruckten Maße des Drahtgitters entsprechen leider in keiner Weise der Realität. In der Theorie und damit auch in der Berechnung der Seitenelemente bin ich von den aufgedruckten 500 mm Höhe des Drahtgitters ausgegangen. Leider ist das Drahtgitter in der Realität 40 mm höher - argh! Ich muss deshalb von jedem Drahtgitter ca. 40 mm (2 Maschenreihen) abschneiden.
Außerdem kommen sich an den Rahmenecken das Drahtgitter und die Holzdübel / Schrauben in die Quere, so dass ich das Drahtgitter an den Ecken “ausklinken” muss (rechtes Bild).

Als Nächstes säge ich die Einzelteile eines zweireihigen Seitenelements (linkes Bild). Wichtig hierbei ist, dass die inneren Kanthölzer mit 74 mm fast doppelt so breit sind, wie die äußeren, denn in die inneren Kanthölzer muss auf jeder Seite eine Nut gesägt werden! Die Theorie stimmt: einfach mal hingelegt passen die Einzelteile genau so zusammen, wie ich es vorgesehen habe (rechtes Bild).

Jetzt geht’s an die Massenproduktion. Ich säge die Kanthölzer für Rückwand- und Seitenelemente auf Länge zu. Das Freigehege ist nicht quadratisch. Deshalb unterscheiden sich Rückwand- und Seitenelemente in der Breite (die Höhe ist für alle doppelreihigen Elemente gleich). Die Breite der Elemente wird durch die Maße der Dachelemente bestimmt. Schließlich soll das Dach ja mit 4 Elementen das komplette Gehege abdecken.

Nachdem ich alle Kanthölzer auf Länge zugesägt habe, bohre ich die Löcher für die Holzdübel und die Holzschrauben. Ein großes Loch für den Holzdübel, ein kleineres für die Holzschraube (siehe Bilder). Wichtig: die Löcher für die Holzschraube im Durchmesser so wählen, dass das Schraubengewinde nur im “heranzuziehenden” Kantholz greift. Oder anders herum: die Löcher in den Kanthölzern, in denen der Schraubenkopf verbleibt, im Durchmesser etwas größer als den Schraubendurchmesser (Gewinde) bohren. Dies bedeutet, die Schraube darf nur in einem Kantholz greifen, damit sich die Kanthölzer zusammen ziehen lassen. Keine Ahnung, ob Du verstehst, was ich damit sagen will? Ich weiß aber nicht, wie ich es anders formulieren soll.
Da beim inneren Kreuz der breiten  Kanthölzer keine Schrauben möglich sind, habe ich hier jeweils 2 Holzdübel verbaut und später auf der Innenseite ein Blech zur Verstärkung angeschraubt - gibt’s als fertiges Formteil im Baumarkt (Lochbleche; siehe Bilder weiter unten).

Nun kommt eine nicht ganz ungefährliche Sache - das Sägen der Nut!
Leider habe ich keine Fräse, so dass ich meine kleine Tischkreissäge nutzen muss. Sicherheitsfanatiker bzw. Sicherheitsbeauftragte lesen hier bitte nicht weiter und überspringen diesen Absatz ;-) Damit ich die Nut sägen kann, muss ich zuerst den hinter / über dem Sägeblatt montierten Spaltkeil entfernen. Der Spaltkeil würde ansonsten das Kantholz blockieren - schließlich säge ich das Kantholz ja nicht komplett durch, sondern “fräse” nur eine Nut. Leider entfällt damit auch der Schutz, der ansonsten das Sägeblatt abdeckt - das Sägeblatt liegt also im Betrieb komplett frei! Natürlich nutzte ich zum Vorschieben der Kanthölzer das mit der Säge mitgelieferte Schiebewerkzeug. Ich brauche meine Finger schließlich noch.
Der seitliche Anschlag wird so positioniert, dass das Sägeblatt die Nut genau mittig in’s Kantholz fräst. Die Tiefe der Nut hängt von den Maßen der Gehege Elemente und des Drahtgitters ab. Die Nut muss aber so tief sein, dass ca. eine Drahtgitter Masche darin verschwindet und noch etwas Spiel zum Schieben des Drahtgitters vorhanden ist (in unserem Fall ist die Nut ca. 15 mm tief).

Vor dem Sägen der Nut sollten alle Löcher in die Kanthölzer gebohrt werden, denn die Nut verläuft an den Längsseiten durch die Bohrlöcher hindurch (siehe später folgende Bilder). Praktiker wissen, dass sich der Bohrer bei schon vorhandener Nut nicht genau zentrieren lässt.

Vor dem Zusammenbau muss bei allen Kanthölzern die Nut mit Holzschutzfarbe gestichen werden (habe ich durch den Prototypen gelernt - siehe oben).

Wichtig: damit der Holzleim den Dübel richtig mit dem Kantholz verklebt, möglichst wenig Farbe in die Dübellöcher steichen!

Nun geht’s an den Zusammenbau der Seitenelemente.
Ich fange mit dem einreihigen Element, welches später unterhalb der Dachklappe sitzt, an. Zuerst die kurzen, senkrecht stehenden Kanthölzer mit Dübel und Schrauben mit einem langen, horizontal liegenden Kantholz verbinden, so dass sich ein “W” ergibt (siehe linkes Bild). Wichtig: vergiss nicht, die Holzdübel mit dem Rahmen zu  verleimen! Dann das “W” mit den Öffnungen nach oben hinstellen und die Drahtgitter von oben einschieben (rechtes Bild).

Im nächsten Schritt das Element mit dem zweiten, langen Kantholz verschließen. Da dieser Schritt soooo einfach ist, gibt’s dazu hier kein Bild.

Das Drahtgitter befestige ich mit kleinen Nägeln, sog. Drahtstiften. Hierzu lege ich das Element flach hin und schlage dann einen Drahtstift durch jede 2. oder 3. Masche des Drahtgitters (siehe Foto). Ich habe mit jeder 2. Masche angefangen, bin jedoch später auf jede 3. Masche übergegangen. Der Verbrauch an Drahtstiften ist hier nicht zu unterschätzen! Ich habe mehrere 100 Stück verbaut.

Wichtig: die Länge der Drahtstifte so wählen, dass sie nicht auf der anderen Seite des Kantholzes wieder herauskommen! Die Drahtstifte sind später von außen nicht zu sehen, wenn die Seitenelemente später entsprechend, mit den Drahtstiften auf der Innenseite, verbunden werden.
Ich empfehle außerdem, das Element beim Einschlagen der Drahtstifte auf eine Pappe zu legen, damit sich der Untergrund nicht in das Holz drückt.

Das Zusammenbauen der zweireihigen Seitenelemente erfolgt analog.
Als erstes schraube ich die seitlichen Kanthölzer an die Mittelstrebe. Die Befestigung erfolgt in diesem Fall ausschließlich mit Schrauben, keine Holzdübel.

Im nächsten Schritt wird eine kurze, senkrecht stehende Mittelstrebe mit 2 Holzdübeln befestigt. Eine zusätzliche Befestigung mit Holzschrauben klappt hier nicht, da die kurzen Mittelstreben später übereinander stehen. Da ich von Haus aus ein Pessimist bin, verstärke ich das Kreuz der Mittelstreben später (nach dem Streichen!) mit einem Formblech. Es entsteht, wie bei dem einreihigen Element, wieder ein “W”. Zum Einsetzen der Drahtgitter lehne ich das Element wieder senkrecht an die Hauswand.

Es folgt das Einsetzen der zuvor auf Maß geschnittenen, und an den Ecken ausgeklinkten Drahtgitter. Die nur mit 2 Holzdübeln befestigte, kurze Mittelstrebe, bewegt sich noch, da der Holzleim noch nicht trocken ist. Dies ist aber von Vorteil, da es das Einschieben der Drahtgitter erleichtert. Die Festigkeit und Stabilität  kommt erst mit dem Verschließen durch das äußere Kantholz.

Nun wird das offene “W” verschlossen und das Element umgedreht.

Schon klar, was folgt - oder? Richtig - die noch fehlenden Drahtgitter müssen eingesetzt werden.

Jetzt wieder das offene “W” mit einem langen Kantholz verschließen und das Element zum Einschlagen der Drahtstifte flach auf den Boden legen.

Wenn alle ein- und zweireihigen Elemente zusammengebaut sind, geht’s an’s Streichen. Da die von mir gewählte Holzschutzfarbe nach dem ersten Anstrich nicht deckt, habe ich alle Elemente mindestens zwei Mal gestrichen.

Die Erfahrungen mit dem alten Freigehege haben gezeigt, dass die auf dem Gras stehende Seite anfängt zu faulen. Die ewige Feuchtigkeit setzt dem Holz stark zu und lässt sogar Pilze aus ihm wachsen - trotz Schutzanstrich. Aus diesem Grund habe ich mir lange Gedanken gemacht, wie ich das neue Freigehege gegen die Feuchtigkeit von unten schützen kann. Ich hatte folgende Ideen:

  • die Unterseite der Elemente werden in Alu-U-Profile eingelassen
    Vorteile: stabil und sieht zumindest am Anfang gut aus.
    Nachteile: teuer und das Alu-U-Profil wäre nach oben offen, es würde sich also evtl. Regenwasser darin sammeln und das Holz dadurch wieder anfangen zu faulen.
  • auf die Unterseite einen Gartenschlauch aufnageln
    Vorteile: einfach zu realisieren und der flexible Gartenschlauch gleicht leichte Bodenunebenheiten aus.
    Nachteile: je nach Gartenschlauch teuer, nicht unbedingt stabil und sieht bescheiden aus.

Ich entscheide mich beim Bau spontan für das Anbringen zusätzlicher Holzleisten, die ich im Folgenden nur noch Opferleisten (rote Pfeile) nenne. Da ich noch 24 mm x 44 mm Kanthölzer übrig habe, säge ich daraus die Opferleisten (ca. 24 mm x 22 mm). Die Opferleisten werden ebenfalls mit Holzschutzfarbe gestrichen (linkes Bild) und dann mit Edelstahlschrauben (blauer Pfeil) unter die Gehege Elemente geschraubt (rechtes Bild). Sind die Opferleisten verfault, tausche ich sie einfach gegen neue aus. Deshalb ist es wichtig, hier Edelstahlschrauben zu verwenden. Bei verzinkten Schrauben besteht die Gefahr, dass die Schraubenköpfe schneller verrosten, als die Opferleisten verfaulen. Ein Lösen der Schrauben und damit der Austausch der Opferleisten wäre dann evtl. nicht mehr möglich.

Nachdem alle Einzelelemente fertiggestellt sind, habe ich die meiner Meinung nach vorhandenen Schwachstellen mit Lochblechen verstärkt. Natürlich auf der späteren Innenseite, dort wo auch die Drahtstifte eingeschlagen sind. Muss ja von außen nicht unbedingt sichtbar sein.

Bei dem einreihigen Element unter dem Eingang habe ich die senkrecht stehende Mittelstrebe per Lochblech mit den quer liegenden, langen Kanthölzern verbunden (linkes Bild). Sicher ist sicher, immerhin ist hier der Einstieg in’s Freigehege und potentielle Gefahr, dass der Einsteigende hängen bleibt. Erwähnte ich schon, dass ich in solchen Dingen eher ein Pessimist bin und immer den schlimmsten Fall der Fälle annehme?
Da das Mittelkreuz der doppelreihigen Elemente nur mit Holzdübeln verbunden ist (s. o.), habe ich dieses Kreuz ebenfalls mit einem Lochblech verstärkt (muss die ganze Last beim Tragen aushalten!).

Die Seitenelemente habe ich mit Kulissenscharnieren verbunden. Diese Scharniere werden mit einem Metallstift zusammengehalten und können schnell, durch Herausziehen des Metallstiftes, zerlegt werden (wichtig für Auf- und Abbau des Freigeheges, z. b. im Winter).

Noch 2 Tips:

  • Die Kistenscharniere so anbringen, dass der Metallstift von außen gut erreichbar ist.
  • Je nachdem, an welcher Kantholzseite die Kistenscharniere angebracht werden, verändert sich die Länge / Breite des Freigeheges. Dies kann ganz nützlich sein, wenn Du Dich bei Länge / Breite verrechnet hast - so wie ich :-)

Ich habe an jeder Ecke / Verbindungsstelle zweier Elemente aus Gründen der Stabilität 2 Kulissenscharniere angebracht. Die Verteilung erfolg so, dass möglichst gleich lange Teilstücke entstehen. Die Kanthölzer können sich so kaum verziehen. Linkes Bild: Verbindung des einreihigen Elements unter dem Eingang mit einem doppelreihigen Seitenelement. Rechtes Bild: Verbindung zweier doppelreihiger Seitenelemente.

An diesem Punkt angekommen, können wir die verstärkten Elemente schon zu einem Freigehege ohne Dach und Eingangsklappe zusammensetzen.

Nun müssen die einzelnen Dachelemente und das Türelement miteinander verbunden werden. Hierzu bringe ich zwischen 2 Dachelementen jeweils 2 normale Scharniere an (linkes Bild, rote Kreise rechtes Bild). Dort, wo die blauen Pfeile (rechtes Bild) hinzeigen, sitzen die Scharniere auf der Unterseite. Dies ist notwendig, damit der Klappmechanismus funktioniert.

Die Holzschrauben möglichst dick wählen. Die Länge natürlich so, dass die Holzschrauben auf der anderen Seite nicht herausschauen.

Die Türklappe (oben rechts im Bild, herunterhängend) befestige ich ebenfalls mit 2 normalen Scharnieren. Da dieser Teil des Daches - die Tür - besonders stark beansprucht wird, verbaue ich hier aber zusätzlich noch ein sehr stabiles Kistenscharnier. Diese schraube ich mit der langen Zunge direkt auf die Mittelstrebe des letzten Dachelements (linkes Bild, blauer Pfeil). Konstruktionsbedingt muss ich nun unter die anderen Scharniere ein Reststück Kantholz (linkes Bild, roter Pfeil) schrauben, damit alle 3 Scharniere auf der selben Höhe sind.

Tip: statt einzelne Kantholz Stücke als Höhenausgleich unter die normalen Scharniere zu schrauben, bietet sich an, gleich 2 lange Kanthölzer zu nehmen, und die kompletten Zwischenräume auszufüllen. Dies sorgt dafür, dass alle Scharniere auf der selben Höhe sind und außerdem die entstehende Lücke bei heruntergeklapptem Türelement geschlossen wird. Ich habe dies Anfangs nicht bedacht und musste die Lücke später durch Anbringen von Leistenstücken (linkes Bild, grüner Bereich) schließen.

Im rechten Bild sind das letzte Dachelement und das Türelement auf das Dach geklappt zu sehen.

Die Dacheindeckung sollte nicht höher (dicker) als 24 mm sein (dicke der Kanthölzer). In meinem Fall war die billige Teer Wellpappe jedoch höher. Damit dies beim Zusammenfalten der Dachkonstruktion kein Problem darstellt, habe ich die Dacheindeckung so verbaut, dass die Wellen ineinander greifen (linkes Bild).

Damit das Dach auf keinen Fall von starkem Wind hochgehoben wird, habe ich das, vom Eingang her gesehen, letzte Dachelement mit den Seitenteilen des Freigeheges verschraubt. Dies sorgt außerdem dafür, dass das Freigehege seine rechteckige Form behält (die Kulissenscharniere sind ja beweglich). Tip: auf der Innenseite Flügelmuttern verwenden. Dies erleichtert den Auf- und Abbau.

Damit das Türelement zusammen mit dem verbundenen Dachelement sicher nach oben / unten geklappt werden kann, habe ich einen stabilen Metallgriff angebracht. Der Griff darf auf keinen Fall zu klein / schwach ausgelegt sein, da Türelement und ein Dachelement zusammen doch recht schwer sind.
Obwohl das Türelement nach unten hängt und so eigentlich selbstschließend ist, habe ich zum Verschließen einen Schieberiegel verbaut.

Tip: da sich das Freigehege verwindet, verschiebt sich der Schieberiegel immer etwas links bzw. rechts neben die Mitte. Deshalb das Gegenstück, in welches der Riegel hereingeschoben wird (linkes Bild, roter Pfeil), ruhig etwas größer wählen.

Nun haben wir ein Freigehege mit Dach und Tür. Aufstellen können wir das Freigehege schon. Leider können wir es noch nicht bequem über das Gras bewegen, d. h. tragen. Damit das Tragen zum Kinderspiel wird, bringe ich seitlich am Gehege klappbare Metallgriffe (linkes Bild) an. Da das Freigehege komplette aufgestellt doch recht schwer ist, befürchte ich, dass die Griffe aus dem weichen Fichtenholz ausreißen, wenn ich diese mit Holzschrauben befestige. Die Kantholz Dicke von 24 mm erlaubt ja keine langen Holzschrauben. Ich habe mir deshalb aus Aluminium Platten in der Größe der Griffplatten gefertigt. Diese kommen als “Unterlegscheiben” auf die Innenseite des Geheges (rechtes Bild). Verschraubt wird nicht mit Holzschrauben, sondern mit durchgehenden Schrauben mit metrischem Gewinde und Muttern.

Auf jeder Seite des Freigeheges verteile ich 2 Griffe gleichmäßig links und rechts der Mitte. Den Abstand zwischen den Griffen wähle ich so, dass die kleinste Person im Haus (die mit den kürzesten Armen ;-) die Griffe aufrecht stehend bequem greifen kann. Sind die Griffe zu weit auseinander, müssen die Arme zu weit gespreizt werden, und das Gehege kommt mit dem Gesicht der tragenden Person in Berührung.

Wir haben nun ein fertiges und auch gut zu tragendes Freigehege - geschafft!

Oder doch nicht geschafft? Was ist mit der Innenausstattung, den Features des Freigeheges?
Hier liegt es an jedem selbst, was er noch an Innenausstattung einbauen möchte. Ich habe z. B. noch Halterungen für eine Heuraufe angebracht. Es wäre doch schade, wenn die Heuraufe direkt in die 4-Punkt geschweißten Drahtgitter eingehängt wird, die Schweißpunkte auseinander reißen, und das Drahtgitter komplett ausgetauscht werden muss. Was das für eine Arbeit wäre - nicht auszudenken!

Nun sind wir aber fertig! Zumindest für heute ;-)

Zum Vergleich hier ein Foto von Freigehege alt und neu nebeneinander.
Hat sich doch gelohnt - oder?

Und was ist mit Auf- und Abbau des Freigeheges? Lässt sich die Theorie auch in die Praxis umsetzen?
Es funktioniert sogar prima! Dach zusammenfalten und mit 2 Personen abheben und wegtragen. Die Seitenelemente können bequem von einer Person allein zerlegt und getragen werden.

So, das war’s! Viel Spaß beim Nachbauen!

Der Vollständigkeit halber hier noch die Außenmaße der einzelnen Elemente:
Dachelemente: 1925 mm x 540 mm
Türelement: 1925 mm x 535 mm
Element unter dem Türelement: 1910 mm x 560 mm
Seitenelemente: 2160 mm x 1110 mm
Rückwand Element: 1910 mm x 1110 mm

Die Opferleisten sind in diesen Maßangaben nicht berücksichtigt!
Maße der Kanthölzer siehe Beschreibung am Anfang.

Wenn Du Anregungen oder Fragen hast, dann freue ich mich über eine eMail von Dir. Meine eMail Adresse findest Du hier.

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Aktualisiert:
Donnerstag, 28. Juni 2012