Villa Meeri

Wie Du der Meerschweinwelt bestimmt schon entnommen hast, ist unser Meerschweinchen Max nach langer Krankheit leider verstorben. Damit sein Partner Moritz nicht allein bleiben muss - wir können zusehen, wie er vereinsamt und traurig ist - sollen neue Meerschweinchen angeschafft werden.
Wer Martina, die Frau des Hauses, kennt, ahnt bestimmt schon, was nun passiert: den neuen Meerschweinchen soll etwas geboten werden! Eine Meerschwein-Schutzhütte muss her!
Ich erhalte den Auftrag, eine Meerschwein-Schutzhütte mit folgenden Eigenschaften zu bauen:

  • Schutz vor Wind und Wetter
  • wetterbeständig
  • leicht zu transportieren
  • flexibel innen im Haus, und außen, in den Freigehegen einsetzbar
  • interessant für die Bewohner
  • praktisch für die Reinigungstruppe

Ich mache mir also meine Gedanken und bringe die ersten Skizzen zu Papier:

Nachdem meine Pläne Anklang finden, begebe ich mich in einen Baumarkt und decke mich mit Holzresten aus der Zuschnitt-Abteilung ein: wetterfeste Multiplex-Platte für den Boden, Fichte Multiplex-Platten für den Rest des Gehäuses. Stehen soll die Schutzhütte auf Edelstahl-Füßen. Da Wetterbeständigkeit gefordert ist, sind natürlich alle Schrauben und sonstige Metallteile (soweit möglich) auch aus Edelstahl. Die Farbe für den Außenanstrich nicht vergessen. Ich wähle Farbe, die schlagfest und wetterbeständig ist, aber auch für Kinderspielzeug zugelassen ist - könnte ja sein, dass die Bewohner mal probieren und einen Haps nehmen.

Nachdem das Material eingekauft ist, geht’s Anfang Mai ab in den Keller an die Werkbank:

Der Aufbau der Schutzhütte ist so gewählt, dass sich die Hütte immer wieder in ihre Einzelteile zerlegen lässt. Die Etagenböden lassen sich wie Ofenbleche einschieben und auch wieder entnehmen. Kann ja sein, dass die Böden nach längerem Bewohnen durch die Exkremente beschädigt und ausgetauscht werden müssen.

Da die Meerschweinchen sich meistens unter der Hütte aufhalten werden, gibt’s natürlich einen Zugang von unten.

So, die Einzelteile sind alle gefertigt. Jetzt geht’s an’s Streichen und den Zusammenbau. An den Innenseiten wird nur gestrichen, was unbedingt geschützt werden muss. Erst der Grundanstrich mit Vorstreichfarbe ...

... dann der endgültige Anstrich und die Endmontage ...

Alle rutschigen Teile, wie z.B. das System aus HT-Rohren und die Aufgänge zwischen den Geschoss-Ebenen sind mit Auto-Teppich beklebt.

Die Meerschwein-Schutzhütte ist fertig. Jetzt muss nur noch die Farbe austrocknen/-härten und die Hütte so richtig auslüften. Zur Zeit “stinkt” sie zwar noch etwas nach Farbe, jedoch kommt innen mehr und mehr der reine Holzgeruch durch.
Damit es etwas schneller geht, geht’s raus in den Garten ...

Fertig!

Was “Villa Meeri” gekostet hat? Muss ich noch ausrechnen - vielleicht will ich’s auch gar nicht wissen ;-)

Update 30.05.2010:
... und ich hab’s doch ausgerechnet. Der Materialpreis liegt bei ca. 80,--EUR, wobei ich das Holz als Reste mit ca. 50-60% Rabatt gekauft habe und einiges Material bereits vorhanden war.
Nicht zu vergessen die nachgerüstete Klimaanlage, welche ich komplett aus vorhandenen Altteilen zusammengebaut habe. Welche Klimaanlage? Stimmt, das muss ich Dir ja noch erzählen.

Unsere Sorge gilt der Temperatur in der Hütte, für den Fall, dass die Hütte trotz Sonnenschutz im Freigehege doch einmal in der prallen Sonne steht - die Sonne wandert ja schließlich.
Was macht also der Profi? Richtig, Temperatur Messungen. Zuerst habe ich deshalb die Hütte auf die Terrasse in die pralle Sonne gestellt - ja, das ging 2010 wirklich, zu Pfingsten! - und einen Tag lang die Temperatur in der Hütte elektronisch überwacht. Herausgekommen ist, dass die Temperatur auf der obersten Ebene, direkt unter dem Dach, auf über 32°C ansteigt, wobei das Dach selbst sich auf bis über 36°C erwärmt. Nach unten hin nimmt die Temperatur dann um ca. 2-3°C pro Ebene ab. Obwohl wir davon ausgehen, dass die Meerschweinchen selbst schlau genug sind, nicht in die Hütte zu gehen bzw. eine tiefere Ebene aufzusuchen, wenn es ihnen zu warm wird, habe ich eine solarbetriebene “Klimaanlage” eingebaut. Diese besteht aus einem alten Computerlüfter und der Solarzelle einer ausgedienten Solarlampe. Die Solarzelle liefert genau so viel Energie, wie für den zuverlässigen, aber leisen Betrieb des Lüfters benötigt wird. Der Vorteil der direkten Versorgung des Lüfters über die Solarzelle - ohne Akku - liegt darin, dass keine Lüfter Steuerung benötigt wird. Je mehr Sonneneinstrahlung, desto schneller dreht der Lüfter. Keine Sonneneinstrahlung, z.B. am frühen Morgen oder Nachts bedeutet, der Lüfter dreht sich gar nicht.
Der Lüfter ist so montiert, dass er die warme Luft oben aus der Hütte herausbläst. Dadurch entsteht ein leichter Unterdruck in der Hütte, der gerade ausreicht, kühlere Luft über dem Boden unter der Hütte anzusaugen. Im Versuch auf der Terrasse funktionierte dies nur eingeschränkt, da sich die Betonsteine in der prallen Sonne trotz Beschattung durch die Hütte sehr stark erwärmt haben. Allein durch die Luftzirkulation wurde im Test die Temperatur in der obersten Ebene der Hütte dauerhaft auf ca. 30°C gesenkt. Dies entsprach zur Messzeit in etwa der Außentemperatur und lässt sich ohne aktive Kühlung nicht weiter reduzieren. Sobald die Hütte im echten Einsatz auf dem Rasen steht, sollte die Temperatur weiter absinken, denn der feuchte Rasen unter der Hütte sorgt für die Kühlung der eingesogenen Luft. Da die Temperatur nach unten hin abnimmt, finden die Meerschweinchen in den unteren Ebenen bestimmt angenehme Temperaturen vor.
Hier ein paar Bilder der “Klimaanlage”:

Der verdeckte Einbau des Lüfters bietet den Vorteil, dass bei Regen kein Wasser eindringen, die Luft aber trotzdem gut herausgeblasen werden kann. Funktioniert prima!

So gut die Solarzelle auf dem Dach auch aussieht, es ist nicht praktikabel. Da das Haus im Freigehege hoffentlich nie in der prallen Sonne steht (die Bedachung hat eine spezielle, Sonnenlicht reflektierende Beschichtung), erzeugt die Solarzelle nicht genügend Energie zum Betrieb des Lüfters. In der nächsten Entwicklungsstufe habe ich die Solarzelle deshalb wieder von der Hütte getrennt und ein kabelgebundenes Panel gebaut. Das Panel lässt sich über einen Steckverbindung leicht mit der Hütte verbinden und auch wieder abtrennen.

Ach ja, hätte ich fast vergessen: der Lüfter ist im Inneren der Hütte natürlich mit einem Schutzgitter (sehr kleine Lochung) versehen. Das Gitter ist zusätzlich noch so weit von dem Lüfter entfernt, dass selbst, wenn ein Meerschweinchen am Gitter hochklettern und dabei seine Fußzehen durch das Gitter stecken sollte, der Lüfter nie eine Gefahr darstellt.

Fakt ist, die Meerschweinchen lieben diese Hütte!
Es war Liebe auf den 1. Blick. Sie haben die Hütte gesehen, sind unter sie gestürmt, haben sie erkundet und in Besitz genommen. Was mich als Erbauer sehr freut, ist für die abendlichen Meerschweinchen Fänger so eine Sache ;-)
Moritz wird hierzu selbst noch einige Worte schreiben. Schaut also mal wieder vorbei!

[Home] [Hundewelt] [Pferdewelt] [Kaninchenwelt] [Meerschweinwelt] [Moritz erzählt] [Villa Meeri] [Meeri City] [Freigehege 2011] [Meeri Haus A1201-P] [Teichwelt] [Vogelwelt] [Naturschutz] [Melissa's Welt] [Webwelten] [Allerlei] [Archiv] [Kontakt] [Impressum] [Hilfe]

Aktualisiert:
Montag, 31. Mai 2010